Company holiday period: 08.08.26 - 23.08.26
share:

So optimieren Sie den Schraubvorgang: Die neuen Steuerungskonzepte der elektrischen Schraubwerkzeuge der Serie eTensil mit integriertem Drehmomentwandler 

15 Juli 2026
Fiam Manual Solutions

In industriellen Montageprozessen ist die Überwachung des tatsächlichen Geschehens auf der Ebene der einzelnen Schraubvorgänge unerlässlich, um Qualität, Wiederholbarkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Die Reihe der elektrischen Schraubwerkzeuge eTensil mit integriertem Messwandler erfüllt diese Anforderung und bietet Werkzeuge von höchster Präzision, die alle Phasen des Schraubvorgangs analysieren, messen und kontrollieren können.

Die Bedeutung der direkten Erfassung von Drehmoment- und Drehwinkelparametern haben wir bereits im vorherigen Artikel ausführlich behandelt: Die Präzision, die die Qualität bestimmt: Warum sollte man Schrauber mit integriertem Messwertaufnehmer wählen? | Fiamgroup in dieser neuen Analyse konzentrieren wir uns auf drei besonders interessante Funktionen dieser eTensil-Schrauber mit Messwandler, die die Prozesssteuerung weiter verbessern: Smart Torque Programming, Vorrangiges Drehmoment und Überwachung des durchschnittlichen Drehmoments (Rollbewegung).

Sehen wir uns diese im Detail an:

SMART TORQUE PROGRAMMING

Die Funktion „Smart Torque Programming“ ermöglicht die Einstellung eines maximalen Drehmomentgrenzwerts, bei dessen Überschreitung das System den Schraubzyklus automatisch unterbricht.

Diese Kontrolle ist von entscheidender Bedeutung, wenn außergewöhnliche Situationen auftreten, wie zum Beispiel:

  • beschädigte Gewinde,
  • nicht konforme Bauteile,

unregelmäßige Reibung oder ungewöhnlicher Widerstand, die auf einen fehlerhaften Fertigungsprozess zurückzuführen sind

Unter solchen Bedingungen könnte der Schrauber Reaktionen hervorrufen, die für den Bediener gefährlich sind, wie z. B. Rückschläge auf das Hand-Arm-System.

Die „Smart Torque Programming“-Funktion gewährleistet somit die Sicherheit des Bedieners, verhindert mechanische Belastungen und Schäden am Werkzeug und identifiziert defekte Bauteile sofort.

VORHERRSCHENDES DREHMOMENT

Das Konzept des vorherrschenden Drehmoments ist einer der am meisten unterschätzten Aspekte im Bereich der industriellen Verschraubung.

Es handelt sich dabei um den Drehwiderstand, der entsteht, bevor die Oberflächen infolge des Anziehvorgangs miteinander in Kontakt kommen: ein realer, oft beträchtlicher Wert, der die Absorption eines Teils des vom Werkzeug zur Gewindebildung aufgebrachten Drehmoments angibt.

Hier einige Beispiele für kritische Anwendungsbereiche:

• Selbstsichernde Muttern (Nyloc)

Der darin enthaltene Nyloneinsatz bietet einen konstanten Widerstand.

Wenn beispielsweise 2 Nm erforderlich sind, um diesen zu überwinden, und das Ziel 10 Nm beträgt, würde die Steuereinheit 10 Nm messen, die tatsächliche Anzugskraft läge jedoch nur bei 8 Nm.

• Versetzte Bleche

Ihre Bohrungen könnten versetzt sein, und zwischen ihnen könnten unterschiedliche Verformungsgrade erforderlich sein, um die Schraube hindurchzuführen.

Das Risiko ist hier noch größer: Der Schrauber kann einen Drehmomentwert erfassen, bevor die Teile vollständigen Kontakt haben, was zu einer falschen Anzugskraft führt.

Das Problem liegt also auf der Hand: Wird das vorherrschende Drehmoment nicht berücksichtigt, kann das Ergebnis des Schraubvorgangs völlig verfälscht werden.

Dank des integrierten Drehmomentsensors misst der Elektroschrauber eTensil die tatsächlichen Drehmomentwerte und ermöglicht die Anzeige:

  1. entweder nur das Enddrehmoment (tatsächliches Anzugsmoment oder „Spitzendrehmoment“)
  2. oder das Gesamtdrehmoment, d. h. das Enddrehmoment + das während der Gewindeformung gemessene Durchschnittsdrehmoment (vorherrschendes Drehmoment)

ÜBERWACHUNG DES DURCHSCHNITTSDREHMOMENTS

Die Überwachung des Durchschnittsdrehmoments, auch als „Rolling“ bezeichnet, ist eine Funktion, mit der das Durchschnittsdrehmoment am Bauteil überprüft werden kann.

Durch die Festlegung der Mindest- und Höchstwerte des vorherrschenden Drehmoments gemäß den eigenen Spezifikationen überprüft das System, ob die Integrität des Bauteils innerhalb des zulässigen Bereichs liegt.

Eine der typischen Anwendungen ist die Überprüfung der Unversehrtheit von Lagern.

Durch die Messung des Verlaufs des mittleren Drehmoments während des Laufs:

  • werden Defekte am Innenring des Lagers identifiziert
  • werden Bearbeitungsunregelmäßigkeiten erkannt

Diese Funktion ermöglicht somit eine vorläufige und nicht-invasive Überprüfung des korrekten Laufs des Lagers.

Die Funktionen „Smart Torque Programming“, „Dominantes Drehmoment“ und „Überwachung des mittleren Drehmoments (Laufverhalten)“ stellen somit drei fortschrittliche Werkzeuge dar, die die eTensil-Reihe mit Messwandler über das traditionelle Präzisionskonzept hinausheben.

Sie ermöglichen es nämlich:

  • Anomalien während des Schraubvorgangs zu erkennen,
  • die Qualität der Bauteile zu kontrollieren,
  • die Unversehrtheit und Konformität der Teile zu überprüfen,
  • die Wiederholgenauigkeit und damit die Präzision des Anziehvorgangs zu erhöhen sowie Ausschuss zu reduzieren.

Das Ergebnis ist ein wirklich kontrollierter, stabilerer, sicherer und zuverlässigerer Schraubprozess, selbst bei den kritischsten und variabelsten Anwendungen.