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Verringerung der Gefahr durch Schwingungen und Rückschläge für das Hand-Arm-Systems

 

Jeder, der auf einer Montagelinie mit Schrauber arbeitet, weiß, wie wichtig es ist, ergonomische Werkzeuge zu verwenden, denen zum Schutz und für die Sicherheit des Personals in Arbeitsumgebungen erhebliche Bedeutung zukommt. Dies auch um Ausschuss und Produktionsstillstände zu verringern sowie um höhere Qualitätsstandards des Endprodukts zu erzielen. In diesem Artikel erklären wir, wie die Gefahr durch Schwingungen und Rückschläge für das Hand-Arm-System verringert werden kann.

Schwingungen und Rückschläge sind Risikofaktoren, die in zahlreichen Produktionsstätten immer noch vorliegen und unsere Kunden, denen die Gesundheit ihres Personals am Herzen liegt, haben uns häufig um erschöpfende Informationen geben, um dieser Risikofaktoren Herr zu werden. Erfahren wir gemeinsam mehr dazu.

Ursachen der Gefahr von Schwingungen zu Lasten des Hand-Arm-Systems

Schrauber sind wie der Großteil tragbarer Geräte eine Quelle von Schwingungen und die Definition von „Auf das Hand-Arm-System übertragenen Schwingungen“ wird in der Gesetzesverordnung 81/2008 wie folgt angegeben: „Mechanische Schwingungen, die bei Übertragung auf das Hand-Arm-System des Menschen eine Gefahr für die Gesundheit und die Sicherheit der Bediener mit sich bringen, insbesondere Gefäßstörungen, Knochen- und Gelenkerkrankungen, neurologische- und /oder Muskelbeschwerden“. Diese Kategorie wird nach dem englischen Begriff Hand-Arm-Vibration häufig mit HAV bezeichnet (deutsch: Hand-Arm-Schwingungen/HAS).

Die repräsentativsten Auswirkungen der Schwingungsexposition für das Hand-Arm-System können auf vaskuläre oder neurologische Verletzungen zurückgeführt werden, die zu einem allmählichen Verlust der Empfindlichkeit eines oder mehrerer Fingerglieder führen.

Lösungen hinsichtlich der Gefahr durch Schwingungen zu Lasten des Hand-Arm-Systems

Um die Gefahr von Schwingungen für das Hand-Arm-System zu verringern, können Schrauber mit automatischer Luftabschaltung oder Stromversorgungsabschaltung gewählt werden, die Schwingungspegel von unter 2,5 m/s2 aufweisen, die die von der Gesetzesverordnung 81/2008, Art. 201 festgelegten Grenzwerte darstellen.

Wie funktionieren sie? Diese Schrauber unterbrechen beim Erreichen des voreingestellten Anzugmoments die Luftversorgung zum Druckluftmotor oder im Fall von Elektrowerkzeugen die Stromzufuhr.

Wir erinnern daran, dass der Einsatz einer technologisch modernen Kupplung mit automatischer Abschaltung unter bestimmten Bedingungen den Schwingungspegel auf weit unter 1 m/s2 senken kann: außer der Eindämmung der Schwingungen an der Quelle ist auch zu berücksichtigen, dass die Expositionsdauer extrem gering ist, und zwar ca. vier Mal geringer als zum Beispiel die Expositionszeit bei Schraubern mit Rutschkupplung.

Sie können diese mit den geltenden Bestimmungen verbundenen technischen Themen in unserem Handbuch zu Ergonomie und Sicherheit bei industriellen Schraubvorgängen vertiefen (verfügbar auf Italienisch).

 

Ursachen der Gefahr durch Rückschläge zu Lasten des Hand-Arm-Systems

Wenn ein Schrauber den Schraubvorgang ausgeführt hat und das Erreichen des voreingestellten Anzugsmoments erfolgt, können Reaktionen von Seiten des Werkzeugs auftreten und diese sind vor allem bei hohen Anzugsmomenten festzustellen. Diese Reaktionen können zu einem Rückschlag führen, der die Hand und den Arm des Bedieners überlastet und langfristig Muskeln und Sehnen schädigt. Häufig bringen diese Rückschläge abrupte Bewegungen des Hand-Arm-Systems mit sich und einen übermäßigen Kraftaufwand des Bedieners um diesen entgegenzuwirken.

Wie kann ihnen vorgebeugt werden?

Lösungen hinsichtlich der Gefahr durch Rückschlag zu Lasten des Hand-Arm-Systems

Außer dem bereits oben empfohlenen Einsatz von Schraubern mit mechanischer Kupplung und automatischer Abschaltung, die durch das unmittelbare Unterbrechen der Übertragung zwischen Werkzeug und Drehorganen die Trägheitskraft aufhebt, ist beim Vorliegen von hohen Anzugsmomenten, wenn das Risiko für das Hand-Arm-System des Bedieners noch weiter verringert werden soll, die Verwendung von Zusatzgriffen die wirksamste Wahl, um dem Rückschlag vorzubeugen, der zu den häufigsten Risikofaktoren gehört.

In diesen Fällen kann ein Zusatzgriff von Fiam eingesetzt werden, der von der Norm ISO 11148-6 genannt wird, die bei Anzugsmomenten von mehr als 4 Nm für gerade Werkzeuge und von mehr als 10 Nm für Pistolenwerkzeuge den Einsatz eines Zusatzgriffs empfiehlt, der es gestattet, die Reaktion des Rückschlags zu verringern, indem diese auf zwei Hände anstatt nur eine wirkt.

Über die Zusatzgriffe hinaus: kurze Anleitung zu weiteren Hilfsmitteln für die Gesundheit des Hand-Arm-Systems

Vertiefen wir nun kurz die wichtigsten Eigenschaften weiterer ergonomischer Lösungen, die in Kombination mit tragbaren Werkzeugen verwendet, für die Bediener während der Montagetätigkeiten von großem Nutzen sind.

Teleskop Werzeughalter. Diese heben die Reaktion auf die Hand vollkommen auf und garantieren Handlichkeit und Bewegungsfreiheit, da sie:

  • den Rückschlag des Werkzeugs aufnehmen
  • es dem Werkzeug gestatten, um seine eigene Achse zu drehen und damit auch bei schrägen Verschraubungen korrekt zu arbeiten

Kartesische Werkzeughalter. Lösungen, die:

  • die Rückschläge auf die Hand des Bedieners beseitigen
  • die Kraft beim Halten des Werkzeugs aufheben
  • die Schwingungen drastisch vermindern oder aufheben
  • es gestatten, das Werkzeug in einer im Verhältnis zur Arbeitsstelle praktisch geraden Position zu halten

Möchten Sie weitere Informationen in Hinblick auf diese Lösungen für Ihr Unternehmen erhalten? Sie können sich direkt an den technischen Kundendienst von Fiam wenden, indem Sie hier unten einen Kommentar hinterlassen oder das entsprechende Kontaktformular unserer Website verwenden.

Außerdem können Sie, um die mit dem Einsatz von tragbaren Geräten verbundenen Aspekte der Ergonomie zu vertiefen, das von Fiam herausgegebene Handbuch „Ergonomie und Sicherheit bei industriellen Schraubvorgängen“ (verfügbar auf Italienisch) anfordern bzw. an einem der zahlreichen Kurse zum Thema Ergonomie teilnehmen, die wir regelmäßig sowohl in unserem Unternehmen als auch direkt bei den Produktionsstätten der Kunden organisieren.

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